CrossCode SCREENSHOTS
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CrossCode

Zwischen Retro und Moderne

 

Für wen ist CrossCode eigentlich?

– Für RPG-Fans, die ein wohliges SNES-Gefühl und zukunftsorientierte Settings mögen.

Für wen ist CrossCode eher nichts?

– Wer von Pixelart genug hat oder sich an bislang magerem Story-Umfang stört, wird hier seine Probleme haben.

Was möchte CrossCode sein?

– Ein an die SNES-Zeit erinnerndes RPG mit direktem Kampfsystem.

Was ist CrossCode geworden?

– Ein an die SNES-Zeit erinnerndes RPG, dass gute Grundlagen offenbart, jedoch mehr Inhalt braucht.

 

Ich habe meine halbe Jugend den Rollenspielklassikern auf meinem alten (noch heute funktionierenden) Super-Nintendo verbracht. Egal ob mich Terranigma an der Schöpfung der Welt teilhaben ließ, ich mich durch Fantasy Monster schnetzeln durfte um die Welt in Secret of Mana zu retten oder ob eine verrückte Zeitreise mich in Secret of Evermore durch Abenteuer geschleust hat. Die Jahre sind inzwischen vergangen und viele Spiele haben seitdem versucht, das alte Gefühl durch Optik, Gameplay und Sounds wiederzubeleben. CrossCode ist dabei eine der wenigen Ausnahmen, die genau das geschafft haben. Weshalb dem so ist, das möchte ich euch nun näherbringen.

 

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– Die Präsentation –

CrossCode trifft mit seiner Pixelart den SNES-Stil ausgezeichnet gut. Während früher kleine, verliebte Details nötig waren, um das Maximum aus begrenzten Möglichkeiten herauszuholen, sind heute nahezu keine Grenzen gesetzt. Dennoch trifft CrossCode den Stil alter Tage ausgezeichnet: die Pixelart beschränkt sich auf das wesentliche und strotzt nur so vor lauter Details und Kleinigkeiten – egal ob es sich bewegende Dinge, agierende NPCs oder eine schöne Farbgebung sind. Dabei ist die Pixelart an sich nicht so ausgefallen wie bei einem sagen wir Hyper Light Drifter. Dafür erzeugt sie jedoch ein absolut stimmiges Gefühl.

CrossCode

Die Sounds fügen sich da sehr gut ein, da kreative und situationsbedingte Melodien das Spielgeschehen sehr gut untermalen. Auch hier gilt: alles klingt so, wie es zu SNES-Zeiten auch hätte klingen können. Dazu zählen die Geräusche während des Kampfes ebenso wie kleinere Umgebungsgeräusche (sich öffnende Schiebetüren oder das tapsen unserer Schritte). Insgesamt haben mir die Klänge sehr gut gefallen, nur Städte müssten insgesamt lebhafter klingen.

Technisch läuft CrossCode einwandfrei, auch Umstellungen von Maus und Tastatur zum Gamepad machen keinerlei Probleme.

 

– Das Gameplay –

Wo CrossCode optisch klar auf Retro setzt, finden sich im Gameplay mehrere Zugeständnisse an die Moderne wieder. Speziell zeichnet sich das im Skillbaum, einem Schnellreise-System und einer Menge an MMOs angelehnten Quests ab. Die Kämpfe selbst spielen sich eines Terranigmas würdig in Echtzeit schnell und glänzen dabei mit schnellen Angriffskombinationen, noch schnellerem Fernkampf sowie agilen Ausweichrollen oder einem Schild. Dabei erfordert das Spiel eine Menge eigenes Können, da selbst einfache Gegner bereits viel aushalten können und teilweise spezielle Taktiken dringend erforderlich machen. Natürlich gibt es den ein oder anderen Mob der sich mit einfachen Nahkampfangriffen zurückdrängen und somit kalt stellen lässt. Meistens jedoch ist Vorsicht geboten.

Das trifft besonders auf (Zwischen)Bosse zu. Selbige halten enorm viel aus und sind, ganz einem Oldschool-RPG nachempfunden, an ihre Routinen gebunden. Während man diese irgendwann durchschaut, entwickeln die meisten Bosskämpfe sich doch zu einem Geduldspiel bei welchem Konzentration alles ist. Das ist erfrischend fordernd, ohne dabei allerdings frustig zu werden – allem voran da man zur Not einfach noch etwas leveln oder seine Ausrüstung aufpolieren kann.

Apropos Ausrüstung: diese lässt sich recht angenehm erarbeiten. Anstatt stupide Geld auf den Tisch zu legen und einfach alles zu kaufen, was man will, erfordert die käufliche Ausrüstung in CrossCode Materialien. Diese lassen sich grundsätzlich einfach überall in der Spielwelt finden, egal ob es nun Gegner sind, die sie fallen lassen oder zerstörbare Pflanzen in der Umgebung das Material bei sich haben. Das System ist so zwar ganz bedacht gewählt, die Option, sich jedoch auch mit Geld zu verbessern, wäre jedoch gut gewesen, schlichtweg da das Farmen der Materialien durchaus langwierig sein kann.

CrossCode

Die Spielwelt als solche ist bisher nicht vollkommen begehbar, liefert jedoch einige frei erkundbare Gebiete, die voller Gegner, Nebenquests aber auch Geheimnisse stecken. Letztere bedeuten in der Regel einfache Truhen, die so manch nützlichen Gegenstand bereit halten. Generell weiß die Spielwelt zu gefallen, auch da die verschiedenen Gegnertypen allesamt mit unterschiedlichen Angriffsmustern aufwarten können. Die etwas enttäuschenden, jedoch sehr SNES-RPG typischen, Variationen bestimmter Standardgegner nimmt man da gerne in Kauf – glücklicherweise stellen sie nicht den Hauptanteil der Feinde dar.

Bisher bietet das Spiel noch etwas zu wenig Haupthandlung, was derzeit der große ‚Kritikpunkt‘ ist. Nach nicht einmal zwei Stunden ist der derzeitige Story-Inhalt bereits durchgekaut (das Dungeon mal nicht dazugerechnet) und geht dabei noch nicht über die Anfangsphase der Handlung hinaus. Dementsprechend schwer ist es abzuschätzen, ob die Richtung, in welche man erzählerisch gehen will, denn die Richtige ist. Es werden einige Charaktere eingeführt, die bislang bestimmte Stereotypen bedienen, dennoch eine gute Erweiterung darstellen – allem voran da bislang einer davon sogar als NPC mit auf Erkundungstour geht. Das von mir erwähnte Dungeon ist übrigens ein Meisterwerk. Es zieht sich durch mehrere Ebenen und ist voll gespickt mit Rätseln, die eines Legend of Zelda würdig wären. Ich habe in den letzten Jahren wenige Dungeons gesehen, die dermaßen voller cleverer Ideen stecken und dabei so gut zu unterhalten wissen.

Was die Steuerung angeht, spielt sich CrossCode sowohl mit dem Gamepad als auch mit Tastatur und Maus absolut zufriedenstellend. Ein kleiner Wermutstropfen beim Gamepad ist, dass dieses sich aktuell nicht frei belegen lässt und die starke Ausrichtung auf die Schultertasten gewöhnungsbedürftig sein kann. Nimmt man diese kleine Hürde jedoch, passt das Gamepad ausgezeichnet zum schnellen Gameplay. Maus und Tastatur bieten einen kleinen Vorteil was die Präzision beim Fernkampf angeht, dabei ist die Steuerung zusätzlich clever implementiert. Je nachdem wie nah bzw. weit weg der Mauscursor (bzw. unser Fadenkreuz) von unserem Charakter entfernt ist, löst die linke Maustaste entweder Nah- oder Fernkampfangriffe aus. Hier gilt dann aber das selbe wie beim Gamepad: eine kurze Eingewöhnungszeit sollte man einplanen.

 


 

– Die Besonderheiten –

Der Charakterfortschritt ist wie gesagt löblich, hier mag ich jedoch noch etwas im Detail beleuchten, wieso. Die typischen Handlungen bringen auch in CrossCode Erfahrungspunkte ein (Quests, Gegner erledigen). Das führt zu Levelaufstiegen, die bestimmte Punkte gewähren. Selbige lassen sich in einem in vier Richtungen gehenden Talentbaum investieren um beispielsweise mehr Lebenspunkte zu besitzen, mehr Nahkampfschaden zu verursachen oder einen neuen Spezialangriff freizuschalten. Diese können in einer Angriffskombination eingesetzt ordentlich Schaden verursachen und sind sehr abwechslungsreich gestaltet. Obwohl der Ganze Talentbaum noch nicht frei verfügbar ist, lässt sich hier bereits eine gewisse Freiheit erahnen.

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Diesen Punkt mag ich etwas hervorheben, weil das etwas ist, was gerade in alten Klassikern stark zur Geltung kommt: die musikalische Untermalung bestimmter Orte, Szenarien und Personen sowie deren Wiedererkennungswert. Das ist etwas, dass besonders Nintendo heute noch sehr stark praktiziert und was sich in CrossCode wiederfinden lässt. Einzelne Ortschaften, Gebiete und Momente haben allesamt ihre eigenen, abwechslungsreichen Titelmelodien, die gezielt die jeweilige Situation untermalen. Das ist nur ein kleines Detail, doch es trägt ungemein zum SNES-Charme bei, den CrossCode versprühen will.

Die Spielwelt als solche ist ziemlich interessant gewählt. Wir befinden uns mit unserem vorgegebenen Charakter Lea in einer Art Real-Life-MMO. Das bedeutet, dass das MMORPG in der realen Welt stattfindet, in welcher sogenannte Avatare wie echte Menschen herumlaufen und sich besagten Abenteuern stellen. Dabei bietet das Spiel viele Anspielungen auf Videospiele im Allgemeinen und die Idee als solche ist nicht schlecht. Es bleibt nur abzuwarten, wohin die Reise noch geht.

 


 

– Der Support –

CrossCode wird gut unterstützt, kommende Updates werden oftmals geteasert und die Entwickler sind in den Foren sehr aktiv und bemüht. Die Patches als solche liefern stets nennenswerte Inhalte und der Eindruck, dass es mit dem Spiel stetig voran geht, ist absolut gegeben. Schön ist außerdem, dass die Entwickler sogar ein Feature eingebaut haben, welches einen direkt an die entsprechende Stelle bringt, ab welcher sich die Handlung fortsetzen lässt. So verpasst man letztlich nichts und kann dennoch gemütlich weiter in der Welt umher wandern.

 

– Bisheriges Fazit –

CrossCode schafft einen herrlichen Spagat zwischen Vergangenheit und Moderne: optisch und klanglich, aber auch vom Spielgefühl her trieft das Spiel regelrecht vor lauter Anerkennung an die alte Zeit. Dabei werden aber moderne Standards nicht vernachlässigt, da mit Schnellreisen, Quests sowie einem Skillbaum auch aktuellere Elemente ihren Weg ins Spiel gefunden haben. Dabei funktioniert die Mischung herrlich gut und besonders die flinken Kämpfe, die auch einiges an Können brauchen, machen herrlichen Spaß.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Das einzige, was dieses tolle Spielgefühl etwas bremst, ist die bislang noch mit zu vielen Fragezeichen behaftete Handlung. Fällt diese länger und auch weiterhin gut aus, ist hier eine wesentlich höhere Wertung möglich. Meine Empfehlung: wer Retro-RPGs liebt und gerne die schrittweise Entwicklung mitmachen mag, kommt um CrossCode nicht herum. Wem Nebenquests als aktueller Hauptgang nicht reichen, wartet noch, bis mehr Inhalt da ist.

 


 

 


 

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