Broforce SCREENSHOTS
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VN:F [1.9.22_1171]

Broforce

 Merica Deluxe

 

Für wen ist Broforce eigentlich?

– Für Fans klassischer Actionfilme aus den 80ern und 90ern, die eine gute Portion Humor vertragen.

Für wen ist Broforce eher nichts?

– Für Spieler, die eben nicht ganz das Wissen um die Action-Klassiker haben und/oder schnell von sich wiederholenden Inhalten gelangweilt sind.

Was möchte Broforce sein?

– Eine hochexplosive, leicht abgedrehte Hommage an viele Actionfilme.

Was ist Broforce geworden?

– Eine hochexplosive, leicht abgedrehte Hommage an viele Actionfilme, die leider nicht darüber hinauswächst.

 

Broforce weiß genau, was es sein will: voller Humor nimmt es sich alle großen Actionfilme vor, baut sie in sein irrwitziges Setting ein und aus einer Flut von Gewehrfeuer, Explosionen, sowie übertriebenem Patriotismus (merica!) entsteht das Gesamtkonzept Broforce. Warum dem Spiel, trotz klarer Linie, etwas entscheidendes fehlt – und was das ist – lest ihr hier.

 


 

– Die Präsentation –

Optisch präsentiert Broforce sich in einem 16-Bit Pixelstil, der ziemlich detailliert und liebevoll gestaltet ist. Überall bewegt sich etwas, die Settings, durch welche man sich kämpft, sind abwechslungsreich und farbenfroh. Dazu sind die einzelnen Charaktere allesamt sehr gut zu erkennen und geizen nicht mit einzigartigen Effekten, was ihre Fähigkeiten angeht. Die dazu kommenden, pixeligen Gore-Effekte sind zudem sehr gut eingebunden und untermalen den ganzen optischen Stil.

Klanglich bietet Broforce passende Waffensounds und Explosionen, generell klingt alles so wie es soll und erinnert zudem sehr stark an einen spielbaren Actionfilm. Die überzogenen, humoristischen Stimmen der Charaktere, die sich meistens auf ein einfaches ‚oh yeah‘ beschränken, untermalen das ganze Geschehen zusätzlich auf lächerlichste Art und Weise – was in diesem Fall etwas gutes ist.

Technisch ist Broforce stellenweise etwas instabil, besonders was den Multiplayer angeht. So kommen Spieler nicht nur gerne mal versetzt in die Partie, dabei entstehen dann aber auch noch einige sehr hässliche Lags und kleinere Probleme, wie das Spawnen über Abgründen. Das ist, gemessen daran, dass man es mit einem 16-Bit-Spiel zu tun hat, insgesamt eher lästig und nicht nachvollziehbar.

 

– Das Gameplay –

Das Gameplay erinnert spontan sehr stark an die Metal Slug Reihe: wie in einem Sidescroller kämpfen wir uns von links nach rechts durch Gegnerhorden, haben mit gelegentlichen Platformer-Einlagen zu tun und bringen auf unserem Weg alles zum Einsturz, was nicht niet- und nagelfest ist. Auf unserem Pfad der Zerstörung stehen uns viele Elemente zur Verfügung: explodierende sowie einem Geschoss ähnlich abhebende Fässer gehören ebenso zu unserem Repertoire, wie Seilrutschen oder gar Stützbalken, die ganze Lawinen auslösen, sofern wir sie beseitigen. Die hierbei gebotenen Zerstörungswerkzeuge leisten gute Arbeit und gepaart mit der leichten Physik, die das Spiel bietet, lassen sich Gegner, wie auch die Landschaft aufs übelste zurichten.

Was diese Zerstörungswut zusätzlich unterhaltsam macht, ist der Charakter, den wir spielen dürfen. Selbiger ist nämlich stets irgendwelchen Actionhelden nachempfunden und die Palette dabei ist enorm: egal ob Indiana Jones, Robo Cop, der Terminator oder Chuck Norris – die spielbaren Charaktere sind absolut gut gewählt und unterscheiden sich zudem teils grundlegend. Während Indiana Jones nur seine Peitsche hat, die als Waffe und Fortbewegungsmittel dienen kann, besitzt Robo Cop eine Pistole, die in Salven feuert. Zusätzlich zu der Standardwaffe besitzt jeder Charakter noch eine Art Spezialangriff. Dieser kann bei einigen Charakteren eine bloße Granate sein, bei Indiana Jones ist es seine Pistole, wogegen der Terminator zum Cyborg wird. Auch hier gilt: die Fähigkeiten wirken durchdacht und sehr stimmig, insgesamt ist da viel Liebe zum Detail zu erkennen, was sich auch Positiv auf die Vielfalt auswirkt. Einzig problematisch ist da die Spieldauer: Missionen dauern im Normalfall nur wenige Minuten und während selbiger wechseln wir mehrfach den Charakter, da wir überall unterwegs Gefangene in ihren Zellen finden. Da diese als Leben für uns fungieren, kommen wir nicht umher sie zu befreien – was automatisch und für uns unkontrollierbar unseren Charakter wechselt. In der Realität führt das schlicht zu dem Problem, dass trotz der großen Charakterauswahl nie wirklich das Gefühl entsteht, viel mit seinem Charakter spielen bzw selbigen komplett ausreizen zu können.

Ähnlich problematisch sieht es mit der Langzeitmotivation aus: was anfänglich unglaublich witzig, charmant und spaßig ist, verliert schon nach sehr wenigen Stunden seinen Reiz. Letztlich machen wir in den ersten zehn Minuten exakt das gleiche, was wir zwei Stunden später auch machen: die gleichen Fässer und Seilrutschen, die selben Gegner sowie der gleiche, hochexplosive Ablauf. Insgesamt schafft Broforce es leider nicht, über längere Zeit hinweg stetig neue Impulse zu schaffen. Zwar macht das Ganze im Multiplayer dann noch etwas mehr Spaß, auch hier wird Broforce aber leider recht schnell ermüdend und all der Humor kann nicht über diese Schwächen hinwegtäuschen, auch weil Broforce im Multiplayer eigentlich nur eines wird: chaotischer. Die einzige Ausnahme sind hierbei die Alien-Levels, die in erster Linie durch anderes Design und einer Menge Fallen zumindest ansatzweise aus dem gewohnten Rahmen ausbrechen.

Eine gelegentliche Zerstreuung bieten Bosskämpfe in einigen Abschnitten. Diese lassen sich meistens recht einfach bewältigen, oftmals entsteht aber auch der Eindruck, man habe mit dem Charakter, den man zugewiesen bekommen hat, manchmal einfach nur etwas schlechtere Karten gegen bestimmte Bosse. Hier finden sich eigentlich die einzigen Spielabschnitte, die etwas mehr Geduld erfordern und weniges Chaos versprühen.

 


 

– Besonderheiten: die Charaktere –

Die Charaktere sind irgendwo das Kernstück des Spiels, das zeigt sich auch daran, dass selbige gerne in den Vordergrund gerückt werden. Wie bereits erwähnt sind da zum einen die absolut durchdachten Skills sowie Waffen der spielbaren Actionhelden, zum anderen aber auch die Auswahl die von klassischen Actionhelden hin zu Helden der Moderne reicht. Das Portrait am unteren, linken Bildschirmrand erzeugt zusätzlich nähe zum gespielten Charakter und die Mischung aus Humor und Detailreichtum überzeugt einfach vollkommen. Erwähnenswert ist hierbei noch, dass die einzelnen Charaktere allesamt noch gut erkenntlich umbenannt sind: Indiana Brones, Brobocop und Co. lassen ihre Wurzeln deutlich erkennen, zielen aber erneut stark auf den Humor ab.

 

– Der Koop –

Im Koop ist Broforce natürlich unterhaltsamer, dabei aber auch weitaus chaotischer. Gerade in späteren Leveln, die nur so vor Explosionsfässern sowie herunterfallenden (ebenfalls explosiven) Geschossen wimmeln, verliert man sehr schnell die Übersicht und das Gameplay wirkt mehr zufällig als kontrolliert.

 


 

– Das Fazit –

Broforce ist ein liebevoll zusammengebauter, spielbarer Actionfilm im Pixelgewand, der mit einer Fülle an einzigartigen Charakteren, überzogener Action sowie Gore um sich schmeißt und auch den nötigen Humor mitbringt. Schade ist leider, dass es dabei so eindimensional bleibt, auf lange Sicht recht ermüdend wirkt und die Charaktere zudem durch die kurzen Auftritte auch recht austauschbar werden. Wer den immer gleichen Actionfilm nachspielen und von Explosionen sowie Gore nicht genug bekommen kann, wird mit Broforce zweifelsohne seinen Spaß haben. Wer dagegen gerne auch nach einigen Stunden noch Neues entdecken will, kann dagegen recht schnell gelangweilt werden.

 

– Warum 3.5 Sterne? –

Weil Broforce zwar kein schlechtes Spiel ist und sicherlich seine Fans findet, die über seine Schwächen hinwegsehen, insgesamt eben jene Schwächen doch keine kleinen sind: die Einzigartigkeit der Charaktere wird ein wenig durch die Schnelllebigkeit des Spiels korrumpiert und das Fehlen neuer Gameplay-Mechanismen untergräbt die Langzeitmotivation. So lässt es sich leider nur bedingt empfehlen, Action-Fans kommen jedoch auf ihre Kosten.

 

– Der Abschluss –

Broforce hat am 15.10.2015 das Early Access Programm verlassen und über die gesamte Dauer eine Menge sinnvolle Inhalte spendiert bekommen. Egal ob es neue Spielmodi, neue Charaktere oder mehr Level sind. Zum Ende hin haben wir uns Broforce nochmals angesehen und befunden, dass wir das Gesamtwerk, wenn man es so nennen mag, von 3 auf 3.5 Sterne aufwerten wollen. Dazu haben die überarbeitete Weltkarte sowie das insgesamt polierte, neue Design auch maßgeblich beigetragen. Die genannten Schwächen sind zwar noch immer da, doch die kurzweilige Action ist weiterhin unterhaltsam.

 


 

 


 

Niv

Über Niv

Seit über 25 Jahren Gamer, habe ich natürlich schon einiges gespielt und noch viel mehr gesehen. Entgegen aller Prognosen hänge ich noch immer an meinem Hobby und verbringe die Zeit nicht nur am PC, sondern auch an meinen Konsolen. Während ich, wie die meisten meines Alters, gerade auch mit den Klassikern von Nintendo aufgewachsen bin, sitze ich heute am liebsten vor Rogue-likes, RPGs oder Aufbaustrategie. 2015 habe ich, über die Early Access Welt hinaus, am liebsten Zeit mit Bloodborne verbracht.

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