Beyond Sol SCREENSHOTS
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Beyond Sol

Endliche Weiten

 

Für wen ist Beyond Sol eigentlich?

– Für Sci-Fi Fans, die gerne ihre eigene Stadt bauen und isometrische Raumschlachten erleben wollen.

Für wen ist Beyond Sol eher nichts?

– Für Spieler, denen die Darstellung des Weltraums aus Isometrischer Perspektive nicht reicht und die mit halbgaren Umsetzungen ihre Probleme haben.

Was möchte Beyond Sol sein?

– Ein Sci-Fi Abenteuer mit vielen Möglichkeiten: Kämpfe, Städtebau, Diplomatie und Handel.

Was ist Beyond Sol geworden?

– Ein Sci-Fi Abenteuer mit vielen Möglichkeiten, dass mehr auf Masse statt Klasse setzt.

 

Beyond Sol präsentiert ein interessantes Konzept: der Bau der eigenen Stadt, eines eigenen Imperiums – und das inmitten der Weiten des Alls – klingt ebenso verlockend, wie Raumschlachten, Handel oder das Ausführen von Missionen. Warum aber womöglich diese Mischung ein Problem darstellt, erläutere ich nun im Detail.

 

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– Die Präsentation –

Optisch ist Beyond Sol recht zwiespältig: Umgebungseffekte wie Planeten oder die Weiten des Alls sind sehr gelungen und werden von Meteoritenfeldern sowie Weltraumnebeln immer gut aufgelockert. Recht schwach wirken dagegen viele Animationen wie beispielsweise die Waffeneffekte. Selbige sind stellenweise sehr minimalsitisch und man hat sich schnell an ihnen satt gesehen. Ebenfalls ärgerlich sind die nicht vorhandenen Grafikoptionen, die es so absolut nicht erlauben irgendwelche Einstellungen vorzunehmen.

Klanglich punktet Beyond Sol dagegen und weiß mit einer angenehmen Hintergrundmusik ebenso zu überzeugen wie mit passenden Sounds zu den jeweiligen Effekten. Das reicht vom wuchtig klingenden, planetaren Schürfen über die herrlichen Laser-Sounds der Raumschiffe hin zu den Geräuschen, die Minen-Roboter machen, wenn sie Schiffe plündern.

Technisch läuft Beyond Sol sehr zuverlässig und bis auf kleinere Bugs, wie beispielsweise überlappende Interface-Segmente, gibt es absolut nichts zu beanstanden.

 

– Das Gameplay –

Der Anfang bei Beyond Sol ist immer gleich: ich bin in meinem Raumschiff, vor mir die Weiten des Systems, in welchem ich mich befinde. Ein Info-Panel erläutert mir die Steuerung und das war es dann auch schon – der Rest liegt bei mir. Also mache ich mich zunächst mit meinem Schiff vertraut: mit der Leertaste schmeiße ich meinen Antrieb an, mit der rechten Maustaste bestimme ich, in welche Richtung es geht. Die restliche Steuerung, wie Waffensysteme oder mein NLS-Antrieb sind im HUD zudem deutlich angezeigt, benannt und erklärt.

Entgegen vieler Raumschiff-Spiele pfeift Beyond Sol etwas auf den Raum: ich erlebe das Spielgeschehen gänzlich aus isometrischer Perspektive. Dabei sind die Himmelsrichtungen für mich interessant – höher oder tiefer fliegen geht jedoch nicht. Direkt fühle ich mich an Spiele wie ‚The Last Federation‘ erinnert, die auch ähnliche Wege gegangen sind.

Was mir neben der Spielperspektive ebenfalls ins Auge sticht, ist die etwas fehlende Dynamik des Spiels. Selbst bei voller Leistung fühlt mein Schiff sich unglaublich träge und langsam an, was sich auch nach einigen Upgrades nicht groß ändert. Zwar erlauben andere Schiffstypen etwas leichtere Wendemanöver, ein richtiges Gefühl der Geschwindigkeit kommt jedoch so gut wie nie auf. Da die Kämpfe in Echtzeit stattfinden und lediglich meine Waffensysteme bestimmten Abklingzeiten unterliegen, fällt das doppelt ins Gewicht: jedwede Kämpfe laufen darauf hinaus, dass ich im Kreis fliege, um an meinen Gegnern dran zu bleiben, damit sie stets in Reichweite meiner Waffen sind. Das allein ist der Perspektive geschuldet und darüber ließe sich hinwegsehen – wenn nicht alles so unglaublich langsam wäre. Abseits davon machen Raumschlachten dennoch Spaß: mein anfängliches Arsenal aus einem Laser, der gut gegen Schilde ist und einem Raketenwerfer, der die Schiffshüllen meiner Feinde gut zurichtet, lässt sich bald durch andere Waffen und Tricks erweitern. So kommen später Lenkraketen hinzu, die auch gegen Schilde effektiv sind oder eine Art Antimaterie-Strahl, der kontinuierlich Schaden zufügt, solange ich in der Nähe meines Opfers bleibe. Notfall-Schilde oder ein Boost für meinen Antrieb runden das derzeitige Arsenal ab, wobei es dann aber auch schon aufhört. Richtig kreative Waffensysteme sucht man hier leider vergebens und die ganz große Auswahl hat man hier auch nicht – sind es insgesamt doch gerade mal neun Skills aus denen man vier zeitgleich mitführen kann.

Neben dem Raumschiff, mit welchem ich beginne, gibt es im späteren Spielverlauf noch zusätzliche Schiffstypen, die ich käuflich erwerben kann. Insgesamt stehen hier aber nur vier Schiffe zur Auswahl und auch wenn diese sich über Passive Boni noch etwas aufwerten lassen, bleibt der Eindruck bestehen, hier wäre mehr drin gewesen. Die passiven Boni bleiben dabei aber auch sehr klassisch: mehr Schildstärke oder bessere Raumschiffhülle, ein stärkerer Antrieb oder ein Reparatur-Modul, welches die Hülle ein wenig reparieren kann. Hier erwartet mich keine Überraschung.

Ähnlich oberflächlich bleiben leider auch andere Teile des Gameplay: Handel ist durch andere Städte, die sich auch erweitern und entwickeln, möglich, ich für meinen Teil habe mich aber nie genötigt gesehen, Preise zu vergleichen und wirklich auf den Markt zu achten. Das hat zwei Gründe: zum einen werde ich nach den ersten Aufträgen und Plünderungen mit Materialien zugeschüttet, zum anderen habe ich keine Übersicht die mir anzeigt, wo ich womöglich gute Geschäfte machen kann. Natürlich könnte ich auch einfach zu den betreffenden Orten hinfliegen, doch da manche Reisen selbst mit dem NLS-Antrieb – quasi eine Art Reisegeschwindigkeit – richtig lange dauern können, ist das eine wenig reizvolle Option. Wenn ich von richtig langen Reisen spreche, dann meine ich Phasen, in denen ich das Ziel auf der Karte wähle, die J-Taste drücke (das startet den NLS-Antrieb) und dann, je nachdem wie weit das Ziel weg ist, gerne mal eine Minute oder länger Leerlauf habe. Das Schiff fliegt in der Zeit, vollkommen automatisch, zu meinem Zielort – und das war es auch schon. Dadurch sattelt mein Spielverhalten sich schnell fest: sobald meine eigene Stadt errichtet ist, bleibe ich in der nähe selbiger um sie a) verteidigen zu können (zumindest in der langen Anfangsphase) und sie b) immer ausbauen zu können. Da ich also ohnehin sehr an meine Stadt gebunden bin, läuft dann auch der Handel komplett über sie, was ein richtiges Handelssystem untergräbt.

Den bereits erwähnten Städtebau finde ich dagegen ganz gelungen: ich lege mich auf einen günstigen Ort fest, errichte aus dem Nichts meine Stadt und versuche dann, selbige aufzurüsten. Langsam baue ich also neue Stadtteile oder rüste bestehende auf, baue Schildgeneratoren und Wachtürme oder gar Lagerräume. Zwar bleibt die Stadtverwaltung sehr oberflächlich, doch sie fügt sich gut in das Konzept ein und der Nutzen für mich ist ebenfalls gegeben: durch Steuereinnahmen generiert meine Stadt Einkommen, durch ansässige Firmen lässt mein Schiff sich erweitern sowie reparieren und durch Lagerräume entlaste ich ein wenig den Frachtraum meines Schiffs, indem ich Materialien in meiner Stadt einlagere. Das funktioniert alles sehr gut und stellt einen nötigen Kontrast zum restlichen Spielgeschehen dar.

 


 

– Besonderheiten: die Materialien –

Ich habe sie bereits mehrfach erwähnt und da sie ein Kernelement von Beyond Sol sind, möchte ich nochmals im Detail auf sie eingehen: die Materialien, die man sammeln, finden und plündern kann. Insgesamt sind es sechs Stoffe, die ich durch Bergbau auf Planeten, der Verwertung zerstörter Raumschiffe oder das abfarmen von Meteoriten bekommen kann. Neben dem ersten, offensichtlichen Nutzen – dem Verkauf – werden diese Stoffe auch für andere Dinge gebraucht: alle Gebäude, die ich in meiner Stadt bauen will, erfordern bestimmtes Material und insgesamt funktioniert das sehr gut. Unterschiedliche Planeten und Kometen beherbergen unterschiedliche Stoffe, die ich zudem auf unterschiedliche Art einsetzen kann. Das einzige, was mich dabei gestört hat, ist die Tatsache, dass Beyond Sol ab einem bestimmten Punkt zu extremem Grinding ausufert, da recht früh wahnsinnige Mengen an Geld und Rohstoffen nötig sind, um die eigene Stadt zu entwickeln. Das nimmt dann dermaßen überhand, dass alle anderen Tätigkeiten daneben etwas verblassen.

 

– Besonderheiten: Diplomatie und die eigene Flotte –

Diplomatie ist in Beyond Sol vorhanden und die Interaktion mit anderen Städten ist auch gegeben, dabei beschränkt das Spiel sich aber auf sehr einfache Mittel: das höchste der Gefühle ist es, Frieden oder Krieg zu haben und das Aufbauen oder zerstören einer Beziehung funktioniert letztlich nur darüber, ob man Weltraumpiraten im Gebiet einer anderen Stadt vernichtet und so deren Handelsschiffe schützt – oder eben nicht. Viel mehr als diese Möglichkeiten bietet Beyond Sol nicht, was es schwer für mich macht, von richtiger Diplomatie zu sprechen. Daran ändern auch Geschenke, die man machen kann, nichts.

Zusätzlich erlaubt mir das Spiel, eine eigene Flotte zu besitzen. Schiffe kosten mich Geld und Unterhalt, welcher von meinen Stadt-Einkünften abgezogen wird, und durch eine Flotte lassen sich größere Gegner bezwingen und ganze Kriege führen. Problematisch finde ich nur, dass Flottenkommandos nicht vorhanden sind. Warum ist es mir nicht möglich, meine Flotte zu stationieren oder gezielter zu befehligen? Stattdessen fliegen alle Schiffe meiner Flotte einfach neben mir her und machen eben, was ich auch mache: einen Konvoi beschützen, Weltraumpiraten angreifen oder meinen Krieg mit mir führen. Gut hingegen ist die Auswahl an Schiffen, die ich mir unterstellen kann, sowie die Tatsache, dass selbige Schiffe sich auch noch, ebenso wie mein eigenes, aufrüsten lassen. Das bietet eine tolle Vielfalt und ergänzt das Feature sehr sinnvoll.

 

– Besonderheiten: die Missionen –

Zusätzlich zu den Dingen, die ich für mich selbst machen kann (sprich: Handel, Diplomatie, Städtebau usw) hält Beyond Sol mich auch über Ereignisse auf dem Laufenden, die Missionen gleich kommen. Am rechten Bildschirmrand zeigen sich immer wieder Neuigkeiten zum aktuellen Geschehen: die plünderbaren Überbleibsel einer Raumschlacht, Notfallsignale oder gar Kopfgelder werden mir so angezeigt, sind schnell auswählbar und können direkt von mir besucht werden. Zwar wiederholen diese Events sich schnell, sie zu haben ist dennoch nützlich, auch weil sie in der Anfangszeit als eine Art Leitfaden dienen können.

 


 

– Bisheriges Fazit –

Beyond Sol möchte vieles bieten, schafft es dabei leider nicht, auch überall zu Punkten: die Mischung aus Raumschlachten, Flottenbau, Städtebau, Missionen und Diplomatie erscheint im ersten Moment sehr tiefgreifend, entpuppt sich dabei leider schnell als Blender. Raumschlachten liefern neben dem knackigen Schwierigkeitsgrad und den guten Skills stellenweise nur wenig Dynamik, der Flottenbau erlaubt neben der ansehnlichen Auswahl an ebenfalls aufwertbaren Schiffen leider keine wirklichen Kommando-Optionen, der Städtebau gestaltet sich als absolut sinnvoll, verkommt dabei leider zum extremen Grinding und die Diplomatie erinnert leider nur sehr rudimentär an das, was sie eigentlich sein will. Wer darüber hinwegsehen kann, dass viele Inhalte nur halbgar durchgesetzt wurden, der macht hier nichts falsch. Wer dagegen schnell die Freude an den zu durchsichtigen Elementen verliert, wartet auf einen Sale oder setzt lieber aus.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

 

– Warum 3 Sterne? –

Weil Beyond Sol zwar unterhaltsam ist und solide Inhalte bietet, jedoch nicht den Sprung dahin geschafft hat, als Bereicherung für sein Genre zu gelten. Die besonderen Inhalte und Ideen fehlen einfach, ebenso wie generell mehr Inhalt an grundlegenden Stellen.

 

– Der Abschluss –

Beyond Sol hat Early Access am 13.10.2015 verlassen. In den etwas mehr als drei Monaten hat das Spiel zwar eine Menge Inhalte bekommen, die grundlegenden Probleme des Spiels wurden jedoch nicht wirklich behoben und auch wenn sich die Neuheiten am Ende akzeptabel ins Konzept eingefügt haben – eine nennenswerte Bereicherung hat nicht stattgefunden. Aus diesem Grund verändert sich zum Abschluss hin nichts an unserer Wertung.

 


 

 


 

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