Battle Brothers SCREENSHOTS
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Battle Brothers

Zwischen Gold und Goblins

 

Battle Brothers versetzt uns in ein mittelalterliches Fantasy Szenario voller Orks, Städte und Kämpfe. Dabei gibt das Spiel uns mehrere Werkzeuge in die Hand, die uns zwischen der Organisation unseres Verbands hin zu den Schlachten mit selbigem führen. Schnell fällt auf, dass das Söldnerleben kein leichtes ist – auch, da der Schwierigkeitsgrad sehr anspruchsvoll ist. Klingt alles nach einem ansprechenden Paket? Ist es auch! Was Battle Brothers jedoch besser machen könnte, wo aber auch bereits jetzt genug Stärken liegen, das erfahrt ihr in unserer Review.

 

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– Die Präsentation –

Die visuelle Präsentation ist grundsätzlich erst einmal nicht sonderlich spektakulär. Die meiste Zeit sieht man ziemlich statische, ‚handgezeichnete‘ Hintergründe auf welchen die Geschehnisse stattfinden. Dabei erzeugt der Stil jedoch eine sehr gute Atmosphäre, da gerade die Landschaften ein gutes ‚Kartenfeeling‘ erzeugen.

Darüber hinaus sehen alle gezeichneten Charaktere (die ähnlich kleinen Spielfiguren über das Schlachtfeld gezogen werden) sehr stimmig aus. Etwaige Gewalteffekte wie abgetrennte Gliedmaßen, Verletzungen und Co. tragen zu diesem stimmigen Eindruck bei, ohne dabei jedoch zu sehr in Richtung Gore abzudriften.

Die klangliche Untermalung von Battle Brothers bleibt über weite Strecken blass. Es gibt zwar ganz angenehme Hintergrundmelodien, selbige setzen jedoch keine Akzente. Gerade auch wenn es an die Kämpfe geht, bleibt das Spiel da etwas zu ruhig. Kampfgeräusche gibt es, diese sind allerdings auch erst rudimentär vertreten. Etwas mehr in Richtung Kampfschreie (egal ob nun ein Kämpfer gerade zerfetzt wird und schreit oder der Trupp sich mit lautem Getöse in die Schlacht stürzt) wäre durchaus nötig, um hier eine bessere Stimmung zu erzeugen.

Das gilt auch für die Waffensounds: diese sind zwar da, unterscheiden sich auch voneinander. Doch eine richtige Wucht hinter zB. einer Enthauptung ist nicht zu entnehmen, was etwas schade ist. Technisch läuft Battle Brothers einwandfrei. Während meiner Spielzeit sind mir keinerlei Bugs oder andere technische Schwierigkeiten begegnet und auch in den Foren ist nichts in der Richtung übermäßig spürbar.

 

– Das Gameplay –

Battle Brothers macht uns in einem Intro relativ schnell zum Anführer einer Söldnertruppe. Unsere Aufgaben verteilen sich dabei in zwei Kerngebiete – die Verwaltung unseres Trupps und die Schlachten mit selbigem. Das Management bleibt dabei sehr einfach gehalten, bereichert das Gameplay jedoch durchaus. Da sind unsere Finanzen, mit denen wir neue Ausrüstung kaufen können wie eben Waffen oder Rüstungen, aber auch kleinere Dinge wie Nahrung, Werkzeuge oder Medizin. Letztere drei sind auf unseren Reisen ziemlich wichtig, da sie sich unterwegs verbrauchen und eben nötig sind, um den Trupp zu versorgen, verarzten oder die Ausrüstung instand zu halten.

Davon abgesehen sind auch die Kämpfer selbst eine wichtige Komponente, um die wir uns kümmern müssen. Verluste sind in der Welt von Battle Brothers unvermeidbar und so schauen wir uns in jedem Ort, den wir besuchen, um, ob wir nicht ein paar passende Rekruten finden. Toll ist dabei, dass unsere Streiter aus allen Schichten kommen – egal ob es nun Tagelöhner, Bauern oder gar tatsächlich erfahrene Söldner sind, die wir anheuern. Je nach Profession bringen unsere Männer bestimmte Boni oder Mali mit sich. So hat ein Bauer etwas höhere Lebenspunkte, ein ehemaliger Mönch hat dagegen einen höheren Glauben und ist weniger anfällig für Panik.

Steht unser Trupp mit allem was dazugehört, tritt der Alltag unserer Söldner in Kraft. Von Ort zu Ort reisen wir umher, immer auf der Suche nach dem neuesten Gerücht oder einen handfesten Auftrag. Erstere erfahren wir in Tavernen, wenn wir den Einheimischen ein paar Runden ausgeben, letztere sehen wir in der Ortschaft angezeigt, sobald wir sie betreten haben. Das Spiel liefert uns dann meistens, in Textform, eine kurze Hintergrundgeschichte dazu, wie wir unseren Auftraggebern begegnen und was zu tun ist – über unsere Gage verhandeln dürfen wir dabei auch. Stehen alle Bedingungen fest, erwartet uns in der Regel eine von vier Questtypen.

Der Klassiker ist dabei ‚gehe zu Ort X und töte alles‘. Ist dies der Fall, haben wir den Ort direkt auf unserer Karte markiert und müssen uns dahin begeben. Hier fällt irgendwann auf, dass die stetigen Reisen durch das Land recht Zeitintensiv sind, auch, da unebenes Terrain die Reisen erschwert. Am markierten Ort angekommen geht es dann in die Schlacht und ist diese erledigt, geht es den ganzen Weg zurück. Questtyp Nummer zwei wäre dann die Begleitquest, die sich recht angenehm gestaltet. Wir gehören dann direkt zu einer Karavane dazu, die automatisch an ihren Zielort fährt. Mit Glück passiert die Fahrt über nichts und wir haben sehr leicht verdientes Geld vor uns. Mit Pech springen ein paar Ork-Berserker aus einem Busch und unsere Toten stapeln sich.

Daneben gibt es noch Aufträge, die von uns verlangen, eine Siedlung zu beschützen. Hier warten wir meist einfach ab bis die Gefahr sich zeigt und greifen diese dann an. Zuletzt gibt es noch Aufträge, die von uns erwarten, beispielsweise eine Nachricht persönlich zu einer bestimmten Stadt zu bringen. Das gestaltet sich sehr ähnlich wie die Begleitquests. Insgesamt sind die einzelnen Aufgaben einer Söldnertruppe würdig, die nennenswerten Highlights fehlen dabei jedoch.

Die Schlachten selbst sind rundenbasiert auf hexagonalen Feldern. Die Zugreihenfolge aller Einheiten (auch unentdeckte) wird gut sichtbar angezeigt und je nach Charakterwerten und Ausrüstung können sich die Einheiten entsprechend bewegen und angreifen. Dabei gilt natürlich, dass ein schwer gepanzerter Ritter zwar mehr einstecken kann, womöglich aber auch als letztes im Getümmel ist. Je nach ausgerüsteter Waffe haben alle Kämpfer unterschiedliche Angriffe zur Verfügung.

Ein Krieger mit einer Lanze kann beispielsweise über zwei Felder hinweg attackieren und schwere Blutungen verursachen, ein Kämpfer mit einem Flegel dagegen ist effektiver gegen Rüstungen. Der geschickte Einsatz der Truppen spielt also eine recht wichtige Rolle, dabei fehlen jedoch hier und da ein paar grundlegende Werkzeuge um daraus wirklichen Profit zu ziehen.

So wäre ein Kommando, dass zwei Kämpfer Plätze tauschen, unheimlich von Vorteil um von den einzelnen Waffengattungen zu profitieren. So prallen die Einheiten im Gefecht aufeinander und an der Positionierung wird nichts mehr großartig verändert. Warum? Nun, jede Einheit kann andere Einheiten, die direkt neben ihr stehen und sich bewegen wollen, aus einem Reflex heraus angreifen, ohne dass es einen Zug dafür braucht.

Will ich also meinen Axtkämpfer beiseite räumen um stattdessen einen Schwertkämpfer an seine Stelle zu setzen, laufe ich immer Gefahr, massiven Schaden mit meinem Charakter zu erleiden – wobei die Bewegung dann sogar unterbrochen wird. In der Praxis bedeutet das, dass ich an meiner Formation nichts mehr ändere, sobald beide Fronten aufeinanderprallen.

 


 

– Die Besonderheiten –

Ein Haken ist die Variation der einzelnen Schlachten. Bis auf wenige Hindernisse wie Bäume und kleinere Erhöhungen, die einen Vorteil bieten, spielt sich jede Schlacht eigentlich gleich. Das liegt auch daran, dass es keine wirklichen Abweichungen von der Norm gibt – egal ob wir angreifen oder angegriffen werden, ein richtiger Unterschied zwischen den Spielweisen gibt es nicht. Selbst wenn ein Auftrag uns deutlich sagt, dass wir eine Stadt vor nächtlichen gefahren beschützen sollen, erwartet uns leider keine Mission mit irgendwelchen Verteidigungszielen oder gar einer vorteilhafteren, defensiveren Ausgangslage.

Ähnlich problematisch finde ich die KI. Selbige reagiert nämlich vollkommen willkürlich, wie ich bei mehreren Versuchen erleben durfte. Ich habe das immer gleiche Szenario geladen und den selben Kampf gestartet, mit absolut unterschiedlichen Ergebnissen. Während meine Gegner, ein Trupp Goblin-Wolfsreiter, im ersten Gefecht absolut aggressiv gehandelt und mich direkt aus allen Richtungen angesprochen hat, haben selbe Gegner im selben Kampf (nur eben neu geladen) absolut stoisch reagiert und sich gar nicht gewehrt – bis ich mit meinen Männern direkt beim Feind war. Diese Probleme sind noch immer vorhanden, auch wenn sie nicht mehr ganz so extrem ausfallen wie in der Early Access Zeit.

Battle Brothers hält sich selbst bewusst in einem kleineren Rahmen. Das Ziel ist es, einen Söldnertrupp zu spielen, weshalb grundsätzliche Ideen wie Basen- bzw. Burgenbau keinen Anklang finden. Solche Ideen werden sicherlich irgendwann mit dem Mod-Support umgesetzt werden, die Entscheidung ergibt aber so vollkommen Sinn.

Battle Brothers bietet, wie schon erwähnt, eine Menge unterschiedlicher Ausrüstung für unsere Streiter. Dabei bewirft das Spiel uns jedoch nicht mit statistischen Werten sondern bleibt sehr simpel. Eine schwere Rüstung gibt Abzüge was die Beweglichkeit unserer Charaktere angeht und in Kombination mit den Beschreibungstexten lässt sich so gut erahnen, welche Kleidung welchen Schutz bietet. Was Waffen angeht gibt es schon einiges mehr zu sehen, was Werte angeht, wenngleich es auch hier jedoch nie zu kompliziert wird, da im wesentlichen die Effizienz gegen Rüstung bezeichnet wird sowie etwaige Zusatzeffekte wie Blutungen.

Komplexer wird es dann erst mit dem eigentlichen Charakterfortschritt. Jeder einzelne Charakter kann Level aufsteigen, was dann nicht nur das auswählen eines passiven Bonus bedeutet sondern auch darin mündet, einzelne Werte aufzustocken. Je nach Profession des Charakters gibt es so mehr Boni auf bestimmte Werte. Selbige sind recht klassisch gehalten: der Umgang mit Nahkampf sowie Fernkampfwaffen, die Lebenspunkte, die Verteidigung oder auch die Initiative – ein Wert, der die Zugreihenfolge beeinflusst. Hier kann man sich auf jeden Fall austoben.

Die Balance hat sich im Vergleich zur Early Access Phase deutlich gebessert. Die willkürliche KI macht, zusammen mit den wenigen Möglichkeiten was Positionswechsel der Einheiten oder Besonderheiten des Terrains angeht, manchmal noch immer kleinere Probleme, inzwischen funktioniert das alles etwas besser. Charakterfortschritte sowie alle Eigenschaften, die an Ausrüstung gebunden sind, passen dagegen hervorragend und vermitteln ein sehr ausgeglichenes Gefühl.

 


 

– Endgültiges Fazit –

Battle Brothers besticht mit taktisch-strategischen, rundenbasierten Kämpfen, starken RPG Mechaniken und einem gut vermittelten Gefühl, einen Söldnertrupp zu leiten. Die Welt mit ihren kleinen und großen Aufgaben macht Spaß und spätestens wenn große Häuser ihre Machtspiele treiben oder Grünhäute in das Land einfallen, gibt Battle Brothers einem mehr als genug zu tun. Die Managementkomponente tut ihr übriges und unterstreicht das Spielgefühl hervorragend, ohne dabei jemals zu ausufernd komplex zu werden.

Wusstest du schon, dass du das Spiel ebenfalls bewerten kannst? Dazu einfach oben in das Review auf die Sterne unter „Eure Wertung„ klicken. Wahnsinn!

Meine Empfehlung: wer über manchmal unfaire Momente hinwegsehen kann, findet hier ein sehr ansprechendes Strategie-RPG mit lohnendem Charakterfortschritt und spaßigen Gefechten. Battle Brothers hat seine Early Access Zeit am 24.03.2017 hinter sich gelassen und dabei haben allem voran kleinere Änderungen das Spiel auf eine Wertung von 4.5 Sternen gehievt. Welche Verbesserungen das waren, sagt euch am besten unsere News.

 


 

 


 

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